Christoph Zellweger
Dozent Product Design
Der ansteigende Kostendruck im Gesundheitswesen führt oft zur unpersönlichen und raschen Abwicklung des Patienten. Daher versucht man die Selbstwirksamkeit des Patienten zu fördern, indem man ihm vermehrt medizintechnische Geräte, z.B. Blutdruck- oder Blutzuckermessgeräte verschreibt, welche zur Behandlung im Alltag vom Patienten selber genutzt werden. Ein Grund, weshalb der sterile medizintechnische Gestaltungskontext der Geräte zu hinterfragen ist.
ThinkWorkLounge ist ein Sitzmöbel für die Wissensarbeit. Es geht darum, die aktuelle Tendenz zu vielseitigen Sitzmöglichkeiten und abwechslungsreichem Ambiente für kleine Arbeitsraumstrukturen umzusetzen. Die Entwicklung beinhaltet den Versuch, sich vom Archetyp des Bürostuhls zu lösen und macht einen Vorschlag zur Neuinterpretation von ergonomisch «richtigem», echt aktivem Sitzen.
Städtische Umgebungen werden immer dynamischer und damit die Orientierung darin zur immer grösseren Herausforderung. Diese Master-Thesis spricht dieses Thema an und skizziert neue Möglichkeiten, den städtischen Raum zu erleben und verstehen.
Das Elektrofahrrad wird auch in Zukunft unser Stadtbild prägen. Doch welche Funktionen soll es zukünftig erfüllen und in welchen Anwendungsbereichen findet es Anklang? In meiner schriftlichen Master Thesis setze ich mich mit diesen Fragen auseinander. Genauer entwickle ich im Bereich der Trendforschung Szenarien für das Jahr 2021, welche aufzeigen wie soziokulturelle, technische, wirtschaftliche und ökologische Einflüsse die Entwicklung des Elektrofahrrads beeinflussen. Diese Auseinandersetzung bildet die Ausgangslage für die resultierende gestalterische Arbeit: Eine Elektrofahrrad-Designstudie in Zusammenarbeit mit der «myStromer AG».
Es gibt weltweit 80 Millionen städtische Landwirte, die allerdings allesamt virtuell, via soziale Netzwerke, ihre Bauernhöfe beackern. Was bedeutet das für die Zukunft der Landwirtschaft? Wie gestaltet sich dadurch unsere Wahrnehmung der Umwelt neu?
Wie nehmen wir kleine Räume wahr? Wann fühlen wir uns in einem kleinen Innenraum willkommen, behaglich und ungezwungen? Wie kann ich den eingeschränkten Raum unter Deck einer 10-Meter-Jacht benutzerfreundlich, komfortabel und ästhetisch ansprechend gestalten?
Offenes Feuer als Objekt der Interaktion.
Meine Masterthesis mit dem Titel – erlebnisrelevante Faktoren bei inszenierten Schlafstätten – untersuchte, warum das Geschäft mit dem Schlafen im Iglu, im Maisfeld oder im Bergwerksilo so boomt. Ich wollte herausfinden, welche Faktoren bei der Planung und Realisation solch eines Übernachtungsortes vorhanden sein müssen, damit der Gast den Aufenthalt als bleibendes Erlebnis in Erinnerung behält.
Das Herumdoktern am Design zur Zweckentfremdung von Objekten.
An Bäume im urbanen Raum werden hohe, zum Teil sehr gegensätzliche Erwartungen gestellt. Dies macht Eingriffe an Bäumen oft unumgänglich. Allerdings scheint das Fachwissen vieler mit Baumunterhaltsfragen konfrontierter Privatpersonen recht gering zu sein; es steht nicht selten im krassen Gegensatz zu den heute in der Fachwelt etablierten Erkenntnissen. Diese Arbeit schafft ein Gefäss, welches dem interessierten Laien und Baumeigner zielgruppengerechtes Grundlagenwissen, aber auch praktische Unterstützung nach aktuellen, fachlichen Standards vermitteln soll.
Über das Berechenbare hinausdenken und die Praxis in ein breiteres Feld bringen, ist was mich als Gestalter/Künstler, als Praktiker und Sparringpartner meiner Studenten vorantreibt. Wie Edward de Bono zu sagen pflegt: «‹What-is› thinking is concerned with truth, ‹what-can-be› thinking is concerned with value.» («‹Was-ist›-Denken beschäftigt sich mit der Wahrheit, ‹was-kann-sein›-Denken beschäftigt sich mit Werten.»). Also konzentriere ich mich auf die Entwicklung eines Diskurses über die breiteren Werte, für die wir als Einzelpersonen, in der Gesellschaft, auf lokaler und globaler Ebene stehen. «Was-ist» ist die Basis, «was-kann-sein» ist wesentlich für Design. Das was wir momentan denken, bestimmt was als Nächstes passieren wird.
(Expertise) GESTALTEN / MACHEN / HINTERGRUND: Ursprüngliche Ausbildung als Goldschmied / Edelmetall-Mechaniker / Modellmacher für Luxusartikel und Produktion. Praktische Gestaltungsfähigkeiten im Handel erworben; konzeptuelles und kontextuelles Denken als Student an der Royal College of Art in London.
Residenz am Europäischen Keramik Arbeitszentrum in Holland und in der Schweiz bei Haute-Couture Textilien von Jakob Schlaepfer. Forscher/ Designer für das Technologieunternehmen Scintillate in London. Zurzeit objekt-basierter Designer / Künstler / Handwerker, arbeitet er fachübergreifend an Einzelanfertigungen und in der Kleinproduktion bis hin zur grossräumigen Installation und –Performance.
(Expertise) AKADEMISCHE BILDUNG / WISSENSTRANSFER: Speziell interessiert an Entscheidungsfindungs-Prozessen / wie wir lernen / kreatives Denken / Transfer von Fähigkeiten und Technologie / Low- und High-Tech. Seit 1993 Lehrer / Mentor / Coach auf BA und MA Ebene. Entwicklung des Master-Programs an der Sheffield Hallam Universität in England und Kursleiter des Graduiertenprograms zwischen 1998 und 2002. Dozent und Coach auf Postgradualer- und MA Ebene: Universität Ulster, Belfast, Konstfack, Stockholm; Cranbrook Academy of Art, USA; Royal College of Art, London; Academy of Fine Arts, Antwerp; Akademie der Bildenden Künste, Nürnberg; zwischen 2004 und 2008 externer Gutachter von MA-Design, Central Saint Martins in London. Workshop-Leiter und Coach für Fachleute: International Summer Academy Salzburg; FormForum Schweiz; Leiter von Pro Pueblo Sustainable Design Project in Ecuador für die Zürcher Hochschule der Künste; Bevorstehendes Design Projekt in Aswam, Ägypten, um Designbewusstsein Gestaltungsfähigkeiten voranzubringen. Kürzlich Jurymitglied: Dutch Design Award, Eindhoven 2009/2011; Talente, Munich 2009.
(Expertise) FORSCHUNG: Zurzeit Wissenschaftsleiter und Professor im Bereich Kunst und Design an der Sheffield Hallam Universität, England. Laufende Praxis-geleitete Untersuchung der konstruierten Welt von Objekten, Körpern und Identitäten; Körpermodifikation, plastische Chirurgie und andere Formen von Körperdesign. «Durch Realisierung kritischer, künstlerischer Objekte und fiktiver Produkte ist es mein Ziel, relevante kulturelle, soziale und politische Metamorphosen die auf der Oberfläche stattfinden, zu beurteilen.» Beschäftigung mit interdisziplinären Kollaborationen und Kommunikation; medizinischer Chirurgie / medizinischer Wissenschaft / kritischer Entwurfsüberprüfung / Konstruktionslehre / neuem Handwerk / post-industrieller Herstellung.