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Bison – Premium Wool Swissmade Verarbeitungsmöglichkeiten eines Schweizer Restmaterials

In der Schweiz fallen Tag für Tag Restmaterialien an, die keine Verwendung finden – so auch die Bisonwolle als Abfallprodukt in der Fleischproduktion. Diesen Rohstoff nutzbar zu machen ist das Thema dieser Arbeit. Das exotische Material wird in den Schweizer Kontext gestellt und ermöglicht neue, facettenreiche Umsetzungen in den Bereichen Mode und Interieur.

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Als Designerin befinde ich mich oft in einer unangenehmen Zwickmühle. Auf der einen Seite möchte ich meine Visionen von neuen Produkten umsetzten, auf der anderen Seite stört mich das fehlende Bewusstsein der Konsumenten bezüglich der Herkunft und der oftmals fragwürdigen Art der Produktion. Es ist für mich eine schwierige Gratwanderung zum einen den Markt mit meinen Ideen zu erweitern und gleichzeitig den verschwenderischen Umgang mit Ressourcen zu vermeiden. Wie kann ich dennoch als Designerin im Markt bestehen? Und welchen Beitrag kann ich für die Nachhaltigkeit leisten?

Aus diesem Grund sehe ich für mich die Lösung in der Arbeit mit Restmaterialien. Ich möchte ungenutzte Materialien, welche sonst keine Verwendung mehr finden, lokalisieren und für das Produktdesign nutzbar machen. In meiner beruflichen Zukunft sehe ich mich als Materialscout – eine Materialsuchende, die herausfindet wie ein Restmaterial zu verarbeiten ist, wo und mit wem dies geschieht und welche Produkte daraus entstehen können.

Deshalb suche ich in meiner Masterarbeit nach Möglichkeiten, wie die Bisonwolle verarbeitet werden kann und welche Produkte daraus hergestellt werden können. Dabei verfolge ich jeden Arbeitsschritt persönlich. Angefangen bei den Bisonzüchter und der Gewinnung des Materials über die Aufbereitung bis hin zum Design und der Fertigung Produkte erfordert das Projekt viel Koordination und Kommunikation. Bei allen diesen Schritten dabei zu sein und ein Material von Grund auf zu entwickeln, ist meine Motivation als Designerin.

Die Wolle und das Haar des Bisons sind Materialien mit einmaligen Eigenschaften wie Feinheit und Isolation. Die Wolle ist in der Kategorie Edelhaar wie Kamel- oder Alpakawolle einzuordnen. Die Tiere werden für die Fleischproduktion gezüchtet. Während ihre Haut zu Leder verarbeitet wird findet ihr Fell keine Beachtung.

Es entstehen Visionen und Umsetzungen von möglichen Produkten und mit der Zusammenarbeit mit dem Schweizer Modelabel PortenierRoth wird ein realer Einsatz gezeigt.

Sabina Brägger
Textiles
2015

Master-Thesis

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Materialscouting – Materialien finden, erforschen, experimentieren, gestalten, vernetzen und produzieren.