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Lines

Unser Geist arbeitet viel komplexer als die einfache Linie oder Sequenz – es ist an der Zeit, dass sich dies auf unsere Kommunikationsweise auswirkt. Nicht nur für den Leser sondern auch für den Autor.

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«Lines» ist eine Schnittstelle, die komplett aus Anmerkungen besteht. Spaltenlayout. Ein erster Textteil wird in der Kolumne ganz links aufgeführt, die Reaktionen dazu in der Kolumne rechts dazu. Reaktionen auf diese Reaktionen wiederum rechts davon, und so weiter.

Keiner der Einträge hat mehr Wert als der andere – die visuelle und kontextuelle Hierarchie der verschiedenen Textteile entstammt alleine der Tatsache, dass der eine eine Reaktion auf den anderen ist. Man entscheidet selbst, in welcher Kolumne man einsteigen möchte und geht von da aus entweder vorwärts oder rückwärts. Das System ist offen und jeder kann neue Reaktionen/ Hinweise/ Fragen/ usw. eintragen.

Nichts wird zerstört, es wird nur darauf reagiert. Jede irrelevante Reaktion (Anmerkung: nicht «anstössig» oder «ausbeuterisch», sondern von-der-gesamten-Masse-Beitragender-als-nicht-relevant-wahrgenommen) wird dahinschwinden, indem niemand darauf reagiert, und Ideen oder Gedanken die faszinieren, reizen oder aufregen, werden wie eine Rakete durchstarten. Diese Trends zu verfolgen, stellt sich als wahnsinnig einfach dar: Man zoomt weg, schaut sich das gesamte Kolumnensystem an und schätzt die Anzahl Einträge und den Charakter jeder Kolumne ab.

Den Gedankengang hinter jedem beliebigen Textteil kann eruiert werden, indem die Muttereinträge rückwärts verfolgt werden (gelesen werden muss: Der Eintrag auf den der Text eine Reaktion war, dann der Eintrag auf den dieser Eintrag eine Reaktion war, usw.). Da alle Einträge im System bleiben, wird in kurzer Zeit eine gewaltige Quelle von Gedanken und Kontext generiert, von denen alle eine unglaublich reichhaltige Geschichte aufweisen können.

Anthon Astrom, Lukas Zimmer
Graphic Design
2011

Master-Thesis

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Hochschule Luzern – Design & Kunst

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Hochschule der Künste Bern